Werkhalle trifft Garage: Wo industrielle Praxis auf neue Perspektiven trifft
Was passiert, wenn Erfahrungen aus dem industriellen Mittelstand auf neue technologische Ansätze, Gründungsideen und andere Blickwinkel treffen? Rund 110 Gäste haben diese Frage am 24. September bei „Werkhalle trifft Garage“ in der garage33 in Paderborn gemeinsam diskutiert. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen für Industrieunternehmen – und die Frage, welche Lösungen und Anknüpfungspunkte daraus entstehen können.
Mit „Werkhalle trifft Garage“ haben owl maschinenbau e. V. und garage33 bewusst unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht. Fach- und Führungskräfte aus Industrieunternehmen trafen auf Start-ups, Gründungsteams und Akteure aus dem Innovationsumfeld.
Dabei zeigte sich schnell: Die Ausgangspunkte mögen unterschiedlich sein, viele der Fragen sind es nicht. Wie können Unternehmen Daten besser nutzen? Wo unterstützt Künstliche Intelligenz bereits heute sinnvoll? Wie verändern sich Service, Produktion und Unternehmensprozesse? Und wie lassen sich neue Technologien so einsetzen, dass daraus ein konkreter Nutzen im Unternehmensalltag entsteht?
Zwischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und konkreter Umsetzung
Die Diskussionen des Tages bewegten sich bewusst auf unterschiedlichen Ebenen.
Dr. Thieß Petersen von der Bertelsmann Stiftung ordnete zum Auftakt die Investitions- und Innovationsbedingungen in Deutschland ein. Den Blick auf die Region richteten Prof. Dr. Sebastian Vogt und Jannik Woste: Welche Rolle kann OWL als Start-up-Region mit starkem Industriebezug spielen – und wo entstehen Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und jungen Teams?
Die anschließenden Praxisbeiträge zeigten, wie konkret viele dieser Fragen inzwischen in den Unternehmen angekommen sind.
verlinked und SITRAPLAS gaben Einblicke in die Vernetzung von Maschinen-, Prozess- und Auftragsdaten. Krause-Biagosch zeigte, wie vorhandene Maschinendaten für KI-basierte Dokumentationen, Handlungsempfehlungen und vorausschauende Wartung genutzt werden können. Am Beispiel von technotrans wurde deutlich, wie sich regulatorische Anforderungen im Product-Compliance-Umfeld in durchgängige digitale Prozesse übersetzen lassen.
Weitere Beiträge beschäftigten sich mit KI-gestütztem technischem Support, automatisierter Dokumenten- und E-Mail-Verarbeitung sowie der Frage, wie aus ersten KI-Anwendungen dauerhaft genutzte Werkzeuge im Arbeitsalltag werden.
Damit ging es an vielen Stellen weniger um die Technologie selbst als um ihre Umsetzung: Welche Daten werden benötigt? Wie müssen Prozesse gestaltet sein? Wie werden Mitarbeitende eingebunden? Und an welchen Stellen entstehen neue organisatorische Fragen?
Neue Lösungen – und neue Blickwinkel
Eine weitere Perspektive brachten die Start-ups und Gründungsteams aus dem Umfeld der garage33 ein.
Dabei ging es bewusst nicht nur darum, einzelne Unternehmen vorzustellen. Anhand aktueller Beispiele wurde sichtbar, welche Lösungen heute bereits entwickelt werden und welche Anknüpfungspunkte sich daraus für Industrieunternehmen ergeben können.
SCHUTZZ und Viewnamic zeigten Ansätze von neuen Materialien für hohe Brandschutzanforderungen bis hin zu dynamischen Dokumenten mit Videos und interaktiven 3D-Inhalten. Cellgo gab Einblick in eine Lösung zur Lagerautomatisierung für Kleinteile, der KI-Marktplatz in eine Software für das Anforderungsmanagement im Maschinen- und Anlagenbau.
Wie aus solchen Ansätzen Zusammenarbeit entstehen kann, diskutierten Lukas Petrasch von Cargoboard und Jannik Woste von Factory33. Denn neue Technologien allein schaffen noch keine Kooperation. Entscheidend ist auch die Frage, wie Unternehmen und Start-ups zueinanderfinden, Erwartungen klären und gemeinsame Themen identifizieren.
Nicht nur zuhören, sondern miteinander ins Gespräch kommen
Ein wichtiger Teil von „Werkhalle trifft Garage“ fand deshalb bewusst zwischen den fachlichen Beiträgen statt.
Die Räume der garage33, längere Pausen und das gemeinsame Essen boten Gelegenheit, Themen weiterzudenken, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Dass dies von den Teilnehmenden wahrgenommen wurde, zeigen auch die Rückmeldungen aus der anschließenden Befragung.
„Tolle Atmosphäre, neue Kontakte & Impulse“
„Offener, kollaborativer Austausch. Interessante Impulse.“
Besonders gefreut hat uns eine weitere Rückmeldung: Während der Veranstaltung konnten gezielt Kontakte zu Personen vermittelt werden, die ähnliche Fragestellungen im eigenen Unternehmen bereits bearbeitet haben.
Genau darin sehen wir einen wichtigen Teil unserer Netzwerkarbeit: Nicht nur Wissen bereitzustellen, sondern Menschen mit passenden Erfahrungen, Fragen und Perspektiven miteinander zu verbinden.
„Werkhalle trifft Garage“ hat dafür einen Rahmen geschaffen, in dem industrielle Praxis, neue technologische Ansätze und persönliche Begegnungen zusammenkommen konnten. Vielen Dank an alle Referierenden, Teilnehmenden, Partner und Unterstützer, die ihre Erfahrungen und Perspektiven eingebracht und den Austausch mitgestaltet haben.
BEITRAGSTYP
Nachbericht
DATUM
24. September 2026
Jörn-Henrik Dux
Stv. Geschäftsführer
owl maschinenbau